Bestattungsunternehmer Andreas Raucher besucht die Ethik-Kurse der 10. Klassen

„Alter, Sterben, Tod“, so lautet der Titel der Unterrichtseinheit, die Frau Kaiser und Herr Schmidt der­zeit in ihren Ethikkursen der Jahrgangsstufe 10 unterrichten.

Dass man diesem ernsten Thema auch durchaus positive, ja sogar heitere Seiten abgewinnen kann, bewies Andreas Raucher, seines Zeichens Bestattungsunternehmer, der die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, dem 17. Oktober im Unterricht besuchte.

Herr Rauscher, der eigentlich den Beruf des Kochs erlernt und danach als Rettungssanitäter gearbei­tet hat, betreibt sein Unternehmen seit vielen Jahren in Rimbach im Odenwald.
Dort und im benachbarten Fürth war Herr Rauscher schon des Öfteren an Schulen zu Gast, um über seine vielfältigen Aufgaben zu berichten, zu denen z. B. auch das Reinigen von Tatorten gehört.

Auch das Internet spiele eine immer größere Rolle, da hier Beerdigungen von den Hinterbliebenen auf entsprechenden Seiten ausgeschrieben werden könnten. Derjenige, der das beste Angebot ma­che, erhalte dann den Zuschlag, so Raucher.
Zudem müsse er sich zunehmend um den digitalen Nachlass kümmern; hierzu gehöre z. B. das Lö­schen von Accounts bei Facebook oder anderen Anbietern.

Neben der Zusammenarbeit mit den Behörden und der Polizei spiele die Trauerarbeit mit den Hinter­bliebenen eine wichtige Rolle, wobei diese oftmals gar nicht so beklemmend sei, wie oftmals vermu­tet werden; vielmals werde hierbei auch gelacht, was für die Verarbeitung des Erlebten auch sehr wichtig sei.

Spätestens zwischen sechs und sieben Uhr morgens klingele das Telefon; oftmals komme es aber auch vor, dass er mitten in der Nacht zu Unglücksfällen gerufen werde. Umso wichtiger sei ihm, dass seine Familie ihm Halt biete; sonst könne er diese Arbeit überhaupt nicht machen.

Kritisch beurteilte Raucher die Tatsache, dass sich bei vielen Menschen die Einstellung zum Tod ge­wandelt habe; so sei es kaum noch üblich, dass Verstorbene zu Hause aufgebahrt würden. Manch ei­ner seiner Kunden überließen ihm alles – vom Schreiben der Todesanzeige bis zur Organisation des Blumenschmucks, und komme dann nicht einmal persönlich zur Beerdigung des Angehörigen.

Zum Schluss schlug Herr Raucher den Schülerinnen und Schülern vor, sich bei Interesse an die örtli­chen Bestattungsunternehmen zu wenden, da immer Aushilfen für das Tragen der Särge, der Urnen oder für andere Dienste gesucht würden.

Alles in allem erhielten die Schülerinnen und Schüler einen sehr interessanten und kurzweiligen Ein­blick in dieses Berufsfeld.